Unsere Forderungen in den Tarifverhandlungen

Die Ergebnisse unserer großen Beschäftigtenbefragung liegen vor und wurden von der ver.di-Tarifkommission ausführlich diskutiert. Auf Grundlage dieser Befragung stellt die Tarifkommission nun folgende Themen zur Aufstellung der endgültigen Forderungen zur Diskussion:

  • Eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent
  • Eine entsprechende Regelung für außertarifliche Gehälter
  • Unterstützungsleistungen für berufliche Weiterbildungen
  • Eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Gehaltsausgleich
  • Eine Wahlmöglichkeit zwischen mehr Gehalt oder mehr Freizeit
  • Eine zusätzliche Leistung nur für Gewerkschaftsmitglieder

Jetzt entscheiden die ver.di-Mitglieder
Vom 16. Oktober bis 23. November können jetzt unsere ver.di-Mitglieder in einer Onlinebefragung über die endgültigen Forderungen entscheiden. Als ver.di-Mitglied bekommen Sie hierzu einen Link, der Sie zur Onlinebefragung führt. Sind Sie ver.di-Mitglied, haben aber keine Einladung zur Befragung bekommen? Kein Problem, dann melden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Mitgliedsnummer ebenfalls per Mail an banken@verdi.de.

Am 29. November wird die Tarifkommission die Forderungen für unsere Tarifrunde beschließen. Dabei spielen die Ergebnisse der Mitgliederbefragung eine zentrale Rolle. Die Verhandlungen beginnen dann am 15. Februar 2019.

Im Zeitraum von Mai bis August 2018 haben wir insgesamt 9.456 Beschäftigte aus privaten und öffentlichen Banken an 49 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland zur Bedeutung und ihrer Zufriedenheit mit einzelnen Arbeitsaspekten befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Viele Themen hoch relevant eingestuft.
Eine hohe Bedeutung misst die Mehrheit der Befragten dem freien Samstag (84 Prozent), der Arbeitsplatzsicherheit (82 Prozent), dem Entlohnungsniveau (78 Prozent), dem Grad an Arbeitsbelastung (75 Prozent), der Wertschätzung durch Vorgesetzte (74 Prozent) und flexiblen Arbeitszeitgestaltung nach eigenen Interessen (68 Prozent) bei.

Zufriedenheit: Licht und Schatten
Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den einzelnen Arbeitsaspekten wird der freie Samstag von nahezu allen Befragten (96 Prozent) positiv bewertet. Auf der anderen Seite gibt es eine hohe Unzufriedenheit bei den Weiterqualifizierungsmöglichkeiten, inbesondere
zur fortschreitenden Digitalisierung (36 Prozent) sowie in Bezug auf finanzielle und zeitliche Unterstützungsleistungen (31 Prozent). Die eigene Arbeitsbelastung und die Möglichkeiten, mobil zu arbeiten, werden am kritischsten bewertet (35 Prozent). Die Bewertung der
Höhe des Einkommens fällt alles in allem ebenfalls eher kritisch aus: Etwa jeder vierte Befragte (24 Prozent) äußert sich dezidiert unzufrieden und weitere 35 Prozent verorten sich lediglich in der Mitte der Skala.

Hohe Relevanz – wenig Zufriedenheit
In der Kombination der beiden Fragestellungen zeigt sich: Bei einigen Arbeitsaspekten trifft eine hohe Relevanz auf wenig Zufriedenheit, zum Beispiel bei der Höhe des Einkommens (hohe Bedeutung für 78 Prozent, zufrieden nur 41 Prozent) oder der Wertschätzung durch Vorgesetzte (hohe Bedeutung für 74 Prozent, zufrieden nur 51 Prozent). Die mit Digitalisierung verbundenen Qualifikationsherausforderungen sind zwar nur für weniger als die Hälfte der Befragten (43 Prozent) ein hoch relevantes Thema, gleichzeitig ist aber die Unzufriedenheit mit den vorhandenen Möglichkeiten hier am stärksten ausgeprägt.

Die kompletten Ergebnisse der Befragung können ver.di-Mitglieder gerne per E-Mail an banken@verdi.de anfordern.

Hier findet ihr die komplette Tarifinfo mit weiteren Details zur Befragung und Forderungsfindung.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr gute Umsetzung der Forderungen bezogen auf die Mitgliederbefragung. Wichtig ist es eine Tarifvereinbarung für 12 Monate zu erreichen, im Gegensatz zu der letzten „schmerzhaften“ Tarifvereinbarung.
    Besonders innovativ empfinde ich die geforderten Gesundheits- bzw. Entlastungstage. Passt genau in die Zeit der Arbeitsverdichtung und ansteigender Belastung. Gerade auch unsere innerbetriebliche Diskussion kreist um dieses Thema. Entsprechend flexibel empfinde ich die Möglichkeit der Tariferhöhung (Geld oder Freizeit). 6% mehr, da sage ich nicht nein. Meistens trifft man sich aber irgendwo in der Mitte. Ich empfehle den Blick auch nach links und rechts, um von den anderen Branchen nicht eines Tages abgehängt zu werden. Und ja, der Organisationsgrad könnte besser sein. Aber nicht wenige Menschen in der Finanzdienstleistungbranche sind eher Kosten-Nutzen orientiert und sachlich differenziert. Ein kleiner Schuss Idealismus und Solidargefühl wäre manchmal ganz dienlich.

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