Tarifrunde Banken: ver.di rechnet mit schwieriger zweiter Verhandlungsrunde (Pressemitteilung)

„Wir rechnen auch in der nächsten Runde mit schwierigen Verhandlungen. Wir haben bereits in der Bewertung der aktuellen Lage deutlich unterschiedliche Auffassungen“, betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde, die am 6. März in Frankfurt/Main stattfindet.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 200.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes war am 15. Februar 2019 ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber hatten die Forderungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nach einer Erhöhung der Gehälter um 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zurückgewiesen und kein Angebot vorgelegt.
„Wir erwarten, dass die Arbeitgeber die gute Arbeit der Beschäftigten anerkennen und ein Angebot unterbreiten, das eine deutliche Erhöhung der Gehälter beinhaltet.“ Die Bank-Beschäftigten hätten einen dringenden Nachholbedarf, sie seien in den vergangenen Jahren hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurückgeblieben. In ersten Warnstreiks hätten Beschäftigte der Commerzbank der HypoVereinsbank und der BayernLB in Bayern und Nordrhein-Westfalen bereits nach der ersten Verhandlungsrunde ihre Forderungen unterstrichen und deutlich gemacht, dass sie mehr Anerkennung und Wertschätzung durch die Arbeitgeber erwarten würden.

Meister betonte, dass die Arbeitgeber dringend auch in die Arbeitsbedingungen der Bankbeschäftigten investieren müssten. Durch Personalabbau, Arbeitsverdichtung, neue Anforderungen durch digitale Arbeitsprozesse und verändertes Kundenverhalten sei die Arbeit deutlich anspruchsvoller und belastender geworden. Um den Auswirkungen der starken Belastungen entgegenzuwirken, fordere ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Außerdem sollen die Bankbeschäftigten die individuelle Wahlmöglichkeit erhalten, die Gehaltssteigerung in mehr Freizeit umzuwandeln.

Im Zuge einer sich durch die Digitalisierung ständig verändernden Arbeitswelt fordert ver.di zudem einen verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung sowie eine entsprechende finanzielle und zeitliche Unterstützung durch die Arbeitgeber.
ver.di fordert 6 Prozent mehr Gehalt, für Auszubildende eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro. Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.

Hinweis für die Redaktionen: Der Verhandlungsauftakt wird am 6. März 2019 ab 11 Uhr durch eine Kundgebung und eine aktive Mittagspause von Bankbeschäftigten am Kaiserplatz (vor der Commerzbank) begleitet.
Für Rückfragen: Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe, 0160/6166687, E-Mail: jan.duscheck@verdi.de

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Übernehmt den vor kurzem verhandelten Abschluss des öffentlichen Dienstes, ca. 8 % für 33 Monate und alle sind zufrieden. Wir Banker dürfen nicht ggü. dem Rest weiter zurückfallen. Die letzten Jahre waren von Reallohnverlusten geprägt. Ich kann es mir bald nicht mehr leisten als Bänker zu arbeiten.

  2. Öffebtlicher Dienst: 8 % da sieht man wo die Lobbys sind

    Man hat bei den Bänkern den Eindruck, dass bewusst nur in „aktiven Mittagspausen“ gestreikt wird (hatte den Begriff vorher nie gehört).

    Wieso wird denn nicht richtig während der Arbeitszeit gestreikt? Weil man Angst hat, dass die Arbeitgeberseite merkt, dass die Streikenden am Arbeitsplatz gar nicht fehlen?
    Bei uns schließen viele Postbank Filialen. .. Stichwort Digitalisierung.

    Und 6% auf 12 Monate ist wohl Illusion . .selbst wenn, dann würde das nicht Mal den Reallohnverlust der letzten Jahre decken.

    Ich gehe eher wieder von 1% je Jahr oder sogar wieder Nullrunde aus.

  3. Ich verstehe die Zurückhaltung der Arbeitgeberseite nicht.
    Das Bankenwesen steht vor tiefgreifenden Veränderungen, einerseits bezogen auf die Digitalisierung, andererseits der Sicherstellung der Reaktionsschnelligkeit auf Markterfordernisse.
    Unterm Strich sollte den Arbeitgebern daran gelegen sein, alle vorhandenen Kräfte zu bündeln, um diesen Kraftakt gemeinsam zu meistern.
    Ein Tarifangebot in der Bankbranche, das auf das Jahr bezogen nicht einmal den Reallohn sichert, halte ich schlicht für unverschämt und beleidigend.

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