Wie gehen Sie nach Ihrem Arbeitstag nach Hause?

Erschöpfte Kollegin am Arbeitsplatz
VitalikRadko, depositphotos.com

Sparda-Bank: Steigende Arbeitsbelastungen führen zu höherem Krankenstand

Kennen Sie das: Früher ist man nach der Arbeit mit den Kolleg/-innen noch etwas trinken gegangen. Heute geht man lieber nach Hause und schläft vielleicht auf dem Sofa ein. Woran liegt das?

Die Arbeitsbelastung ist in den letzten Jahren stark gestiegen: Kolleg/-innen, die das Unternehmen verlassen, werden nicht mehr ersetzt. Die Arbeit ist aber nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Wir haben mehr Kund/-innen, erledigen mehr Telefonate, vereinbaren mehr Termine und bearbeiten mehr Kreditanträge in der gleichen Zeit. Wir sind selbst ständig erreichbar, erreichen aber selbst niemanden mehr.

So bekommt man die Fälle nicht zügig bearbeitet und kann sie nicht entsprechend abschließen. Darauf haben wir selbst wenig Einfluss. Das produziert Stress! Außerdem muss jede/r ständig die internen Umorganisationen und Arbeitsanweisungen nachvollziehen und umsetzen. Verpflichtende Schulungen müssen zusätzlich in den Arbeitsalltag integriert und absolviert werden, nebenbei läuft der digitale Postkasten wieder voll. Auch das produziert Stress!

Steigende Erkrankungen
Geht man davon aus, dass auch früher keine Langeweile geherrscht hat, der Arbeitsalltag gefüllt war, staunen wir selbst, wie wir alle dies bewältigen. Das bleibt jedoch nicht ohne Folgen. Ist man mit dieser Ansicht bei den Lowperformern? Hat man die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt verpasst? Sicher nicht! Es gibt dafür auch eindeutige Signale: Laut AOK-Bericht 2017 ist die Anzahl der psychischen Erkrankungen in der Finanzdienstleistungsbranche signifikant gestiegen. Besonders auffällig ist der Befund bei den Bankkaufleuten. Es fehlen daher nicht nur Menschen, die nicht mehr ersetzt wurden, sondern auch viele Kolleg/-innen, die krank sind.

Wie den Akku wieder aufladen?
Die Kräfte sind endlich und müssen wieder aufgefüllt werden. Dafür reicht der Schlaf auf dem Sofa abends nicht aus. Wir haben schon zwei konkrete Vorschläge:

  • Reduzierung der Wochenarbeitszeit
  • Jährliche zusätzliche Entlastungstage

Ändert das die Gesamtsituation? Nein, die muss an anderer Stelle gelöst werden.Wird die Arbeit dann weniger? Nein, aber Mitarbeiter, die nicht krank zu Hause sein müssen, sondern fit und motiviert sind, schaffen die anfallende Arbeit schneller und besser. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Thema „Entlastung“ einiges auf der Habenseite der Gesundheitsbilanz eines jeden Einzelnen positiv verbuchen werden.

Fazit: Runter vom Sofa, rein in die Gewerkschaft. Mitglied werden, mehr bewegen!

Tarifinfo Sparda-Bank 02 2019 Variante 1 PDF (366 kB)

Tarifinfo Sparda-Bank 02 2019 Variante 2 PDF (338 kB)

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