Pressemitteilung: Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos-Warnstreiks werden fortgesetzt

Gehaltsangebot völlig unzureichend – Warnstreiks werden fortgesetzt

Auch die dritte Verhandlungsrunde für die rund 200.000 Beschäftigten es privaten und öffentlichen Bankgewerbes blieb heute (11. April 2019) ohne Ergebnis und wurde auf den 20. Mai vertagt. Die Forderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nach einer Erhöhung der Gehälter um 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten wiesen die Arbeitgeber weiterhin zurück, ebenso die Forderung nach sechs Gesundheits- und Entlastungstagen.
Das Gehaltsangebot der Arbeitgeber i.H.v. weniger als 1 Prozent pro Jahr wies ver.di entschieden zurück. Das Angebot besteht aus einer Erhöhung der Gehälter in drei Schritten: Nach sechs Nullmonaten in 2019, soll eine Erhöhung um 1,4 Prozent ab dem 1. August 2019 sowie jeweils 1 Prozent ab dem 1. August 2020 und 1. August 2021 bei einer Laufzeit von 36 Monaten erfolgen.

Verhandlungsführer Christoph Meister:“ „Trotz intensiver und langwieriger Sondierungen gibt es praktisch keine Annäherung auch bei weiteren Themen. „

Foto: Charles Yunck


„Dieses Angebot ist nicht verhandlungsfähig. Das Erhöhungsniveau ist signifikant zu niedrig und würde nach Gehaltssteigerungen unterhalb der Teuerungsrate in 2017 und 2018 voraussichtlich zu insgesamt 5 Jahren mit Reallohnverlusten bis 2021 für die Beschäftigten führen“, kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer
Christoph Meister.
„Trotz intensiver und langwieriger Sondierungen gibt es praktisch keine Annäherung auch bei weiteren Themen. Daher werden wir die Bankbeschäftigten auch weiterhin zu Warnstreiks aufrufen.“ Im Vorfeld der Verhandlungen hatten viele tausend Bankbeschäftigte an verschiedenen Tagen und verschiedenen Orten quer durch das Bundesgebiet gestreikt, um Druck auf die Arbeitgeber in der Verhandlungsrunde zu machen.
„Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes, verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“, betont der ver.di-Verhandlungsführer. „Die Beschäftigten brauchen eine angemessene Erhöhung ihrer Gehälter und sie brauchen als Ausgleich für die immer mehr zunehmenden Belastungen dringend die von uns geforderten Gesundheits- und Entlastungstage.“

Meister forderte die Arbeitgeber auf, sich in diesen Fragen zu bewegen und beim Entgelt deutlich nachzubessern.
ver.di fordert in der Tarifrunde 6 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Beschäftigte mit einer
übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in der Tarifrunde neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bei den Banken sehr rasch und tiefgreifend, darum fordert ver.di einen verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung. Durch Rationalisierungen und ständige Umstrukturierung ist die Arbeitsbelastung immer mehr angestiegen. Aus diesem Grund fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Beschäftigten gerecht zu werden, sollen die Bankbeschäftigten zwischen Gehaltssteigerung oder Freizeit wählen können.
Die vierte Verhandlungsrunde findet am 20. Mai 2019 in Wiesbaden statt.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Arbeitgeber machen es schlau. Wie man das kann, haben sie bei den letzten Tarifgesprächen 2016 ausprobiert. Erst einmal ein paar Verhandlungsrunden ohne Ergebnis durchziehen – und schwupps ist schon einmal ein halbes Jahr durch. Dann gibt es die Gehaltssteigerung nicht rückwirkend wie sonst üblich, dadurch also ein halbes Jahr Nullrunde durchgedrückt. Dazu dann ein Lohnerhöhungsangebot, wo man denken könnte, das bezieht sich auf ein Jahr (wie bei vielen anderen Branchen…..+3,x% auf 12 Monate), die Arbeitgeber reden aber tatsächlich von einer Laufzeit von 36 Monaten. Solche langen Laufzeiten waren früher eher unüblich (lagen meist bei knapp 24 Monaten)…..aber auch hier versuchen die AG, neue Tatsache zu schaffen.

    Es ist eine Frechheit. Bei Gehaltsverhandlungen wird gejammert….ansonsten ist es aber kein Problem, Bonis über 2 Milliarden auszuschütten (Deutsche Bank). Es wäre interessant, zu erfahren, wie sich die Gesamtbezüge der AG-Verhandlungsführer entwickelt haben. Hier gab es sicher keine Nullrunden.Und die schlechte Ertragslage deutscher Privatbanken haben nicht die TG-Angestellten verursacht, die eher im ‚Brot- und Buttergeschäft‘ arbeiten, sondern Abteilungen, wo hohes Gehalt und Bonis weiter fließen (wer verantwortet so die horrenden Strafzahlungen und Rückstellungen für Verfahren und Abschreibungen etwa bei der Deutschen Bank, aber auch mancher Landesbank ?).
    Nur noch zum ko…. .

  2. Jo, da sieht man/frau wieder mal, wer hier die Macht hat!
    Die Bankenvorstände bzw. der AG-Verband würde sich ein solches Gebaren sprich MINI-ANGEBOT nie getrauen, wenn eine große Zahl der Bankangestellten auch den Mut und die Courage hätten, für mehr Gehalt und gute Arbeitsbedingungen auf die Straße zu gehen. Es sind halt einfach noch viel zu wenige Bankangestellte in dieser Tarifrunde flächendeckend und in allen Banken aktiv. TARIF KOMMT VON AKTIV ! Also… dann los! Macht mit, wenn Verdi zu weiteren Streiks oder anderen Aktivitäten aufruft. Sonst wird das nix! Überlasst es nicht einigen wenigen! Werdet AKTIV! Ich unterstütze euch dabei gerne!
    Rosi Schröder (Zeitwohlständlerin, weil nicht mehr aktiv im Betrieb)

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