Fast 1.000 Bankangestellte streiken in Hannover, Braunschweig und Bremen

Am 14. Mai legten in Niedersachsen und Bremen 950 Bankangestellte die Arbeit nieder. Sie folgten dem Aufruf zu einem ganztägigen Warnstreik. Betroffen vom Streik waren die Bremer Sparkasse, Commerzbank, Deutsche Bank, ING, LBS-Nord, NBank, NORD/LB und Unicredit. Mehr als 30 Bankfilialen (25 der NORD/LB, 5 der Commerzbank und 2 der Bremer Sparkasse) blieben geschlossen.

Auslöser des Warnstreiks war die anhaltende Blockadehaltung der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen. Trotz Warnstreiks war auch in der dritten Verhandlungsrunde kein diskussionswürdiges Angebot vorgelegt worden. Sie boten lediglich eine Gehaltserhöhung von jeweils 1 Prozent für die Jahre 2019, 2020 und 2021 an und lehnten alle weiteren Forderungen von ver.di ab. ver.di fordert für die bundesweit ca. 200.000 Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent.


„Wir haben heute gezeigt, dass wir noch zulegen können, wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen,“ freut sich Jörg Reinbrecht, Landesfachbereichsleiter Finanzdienstleistungen für Niedersachsen und Bremen. „Im Vergleich zu den Aktionen im März hat sich die Teilnehmerzahl erhöht, etliche Filialen blieben geschlossen,“ so der Gewerkschafter weiter.

In den letzten zehn Jahren sei die Gehaltsentwicklung im Bankgewerbe deutlich hinter der allgemeinen Tarifentwicklung zurückgeblieben. Es gebe deshalb erheblichen Nachholbedarf für Bankangestellte. „Die Beschäftigten sind nicht bereit, weitere Reallohnverluste zu akzeptieren“, betonte Reinbrecht. Die wirtschaftliche Entwicklung des Bankgewerbes sei deutlich besser, als von den Arbeitgebern behauptet. Der Leistungsdruck und die Arbeitsbelastung habe auf Grund von Personalabbau deutlich zugenommen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 20. Mai in Wiesbaden statt. Sollte es auch hier zu keiner Einigung rechnen ist kurzfristig mit weiteren Streiks im Bankgewerbe zu rechnen.

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