So nicht!

Nur 1,16% und keine Entlastungstage

In der vierten Verhandlungsrunde in Wiesbaden haben die Arbeitgeber der privaten und öffentlichen Banken ein zweites Angebot gemacht:

  • 1,7 Prozent zum 01.08.2019
  • 1,2 Prozent zum 01.08.2020
  • 1,2 Prozent zum 01.08.2021

Dies bedeutet bei 36 Monaten Laufzeit mit sechs Nullmonaten eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von gerade einmal 1,16 Prozent! Und das bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent im April 2019. Das ist kein Gehaltsangebot, das ist immer noch eine Frechheit! Damit wird die Absicht der Arbeitgeber klar, die seit 2016 darauf abzielt, die tariflichen Vergütungen Jahr für Jahr zu entwerten.

Warnstreiks zeigen erste Wirkungen
Ein erster Erfolg der zwanzigtausend Streikenden: Die Arbeitgeber zeigen sich nunmehr gesprächsbereit zur Übernahme von Auszubildenden und zu einer Qualifizierungsregelung für alle Beschäftigten. Das war es aber auch schon in zwölf Stunden Verhandlungen. Keine Gesundheits- und Entlastungstage und nichts zu den weiteren Forderungen.

Reicht Ihnen das? Wenn nicht, dann beteiligen Sie sich in den nächsten Wochen an den Streiks.

Hier können Sie diese Tarifinfo herunterladen: zum Ausdrucken oder Weiterleiten.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Angebot spottet jeder Beschreibung und eigentlich wäre ich für weiteren Arbeitskampf. Allerdings habe ich ein Problem mit den geforderten Entlastungstagen, was mich eine Streikbeteiligung (bisher für mich immer selbstverständlich) doch überdenken lässt. Bei 30 Urlaubstagen und 2 Bankfeiertagen habe ich da meine Bauchschmerzen und spüre auch ein gewisses Akzeptanzproblem in meinem persönlichen Umfeld (Familie & Bekannte, die diese Forderung nicht nachvollziehen können und ich auch nicht argumentieren kann).

  2. Vor dem Hintergrund, dass wir Bankangestellten hinsichtlich der Urlaubstage schon nicht schlecht gestellt sind, passt die Forderung nach weiteren Freizeittagen nicht so ganz in die Zeit. In guten Zeiten konnten wir durchaus auch mal zugunsten der „Nebenprodukte“ auf einen prozentualen Anteil der Gehaltsanpassung verzichten. In den schwierigeren Zeiten sollte das Hauptaugenmerk darauf liegen, Inflation und insbesondere gallopierende Mietpreissteigerungen mit fairen Gehaltssteigerungen auffangen zu können. 1,16% p.a. für die nächsten 3 Jahre mögen für einen Einkommensmillionär der Deutschen Bank in absoluten Zahlen fair sein, für den überwiegenden Teil der normalen Bankangestellten ist es jedoch ein Schlag ins Gesicht. Ich bin bei den nächsten Streiks dabei!!!

  3. Wen wir in den vergangenen Jahren zurückgesteckt haben, dann sicherlich auch mit Weitblick auf den Umbau im Finanzdienstleistungssektor. Wenn jetzt mit vereinten, wenn auch reduzierten Kräften wieder Gewinne eingefahren werden (Commerzbank), dann müssen auch wir Arbeitnehmer davon profitieren. Wenn sich Vorstände auch in schlechten Zeiten Boni zahlen, dann ist was faul im System. Der Erfolg basiert auf Mehrbelastung der Arbeitnehmer, da automatisierte Prozesse immer zu mehr Arbeitsplatzabbau geführt hat, als dass auf der anderen Seite eine Entladen stattgefunden hat.

  4. Die Forderung nach Gesundheits-Entlastungstagen ist und war die falsche Forderung. Man sollte diese Forderung in den aktuellen Verhandlungen fallen lassen und nach Jahren des Verzichts ganz auf eine vernünftige Gehaltserhöhung setzen. Auch ist eine längere Laufzeit als 12 Monate nicht empfehlenswert- lieber den Druck jedes Jahr auf die Arbeitgeber erhöhen.

  5. Freizeit ist wichtiger als Geld! Bleibt hart bei den Gesundheits- und Entlastungstagen und beim Wahlrecht ob Gehaltserhöhungen in Urlaubstage gewandelt werden können. Wenn hier (endlich) erste Pflöcke eingeschlagen werden, kann ich mit Tarifabschlüssen unter Inflationsniveau (vorerst) gut leben. Die (Leistungs-)Gesellschaft muss endlich umdenken. Jeder hat nur dieses eine Leben!

  6. Ich halte die Entlastungstage schon aus dem Grund für wichtig, weil ich es im Rahmen einer ganz normalen Arbeitszeitgestaltung nicht mehr schaffe Arzttermine einzubauen, oder auch mal Behördengänge zu erledigen. Ich arbeite übrigens Vollzeit und aasmehr als 20 Jahre.

    Damit hier ein Ausgleich entsteht, halte ich zusätzliche Entlastungstage für unausweichlich. Selbstsorge ist verdammt wichtig. Merkt manch einer aber auch erst, wenn der eigene Körper und Geist mehr als nur Warnschüsse abgibt, sondern vielleicht auch mal die allerletzte Warnung ausspricht.

    Die 30 Urlaubstage sind der Erholung dienlich und zumindest dort fast überall Standard, wo noch Tarifverträge gelten.

    Ansonsten müsste man einfach mal darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll ist, wenn wir die 35 Stundenwoche fordern und das bei vollem Lohnausgleich. Dann können wir gern von den 6 Tagen abweichen, falls sich sowas leichter in dem ein oder anderen Verwandten- und Bekanntenkreis verkaufen lässt. 🙂

    Die Arbeitgeber sollen dieses Mal ruhig merken, dass sie nicht mit uns machen können, was sie wollen. Deswegen lasst uns mal schön hart in der Sache bleiben und dem Sprach“Rohr“ der Arbeitgeber den kalten Wind ins Gesicht wehen.

  7. Volle Zustimmung. Auch ich verstehe die Forderung nach Entlastungstagen überhaupt nicht. Endlich mal eine ordentliche Tariferhöhung, dafür sollten wir kämpfen!!

  8. Als junger Mitarbeiter, der noch über 30 Jahre für unsere Bankenbranche arbeiten wird, kann ich nur sagen: Das Forderungspaket war von Anfang an absolut nicht ernst zu nehmen. Mich wundert es, dass die Arbeitgeber überhaupt so viel Zeit und Energie dafür aufwenden, diese abstrusen Forderungen zu verhandeln. 30 Tage Urlaub im Jahr, 39 Stundenwoche, Möglichkeit auf Bildungsurlaub (Den kaum einer nutzt…), das reicht doch und ist absolut komfortabel. Entlastungstage…die braucht meine Generation bestimmt irgendwann mal, wenn wir mit 70 noch für eure Rente arbeiten müssen!!

    Konzentriert euch auf das Gehalt, denn hier muss zumindest der Inflationsausgleich her und lasst diesen Irrsinn von völlig verkennenden Forderungen bleiben, mit denen ihr die Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit eurer Gewerkschaft aufs Spiel setzt…wenn ich mir die Anzahl und Alter der Streikenden angucke frage ich mich, warum ihr euch nichts fragt?!

  9. Ich als junge Arbeitnehmerin (29. J., inkl. Ausbildung seit 13 J. berufstätig) finde die Forderung nach 6 Entlastungstagen auch deutlich überzogen. Da gibt es andere Branchen, denen es deutlich (!) schlechter geht als uns. Mit unseren 2 Bankfeiertagen und den 30 Tagen Urlaub sowie dem per se schon nicht geringen Gehalt finde ich diese Forderung sehr fragwürdig. Ich würde das eingesparte Geld für die „Entlastungstage“ sehr gerne dem Pflegepersonal und Erziehern/Erzieherinnen zur Verfügung stellen wenn ich könnte.

    Bitte legt euren Fokus auf einen Abschluss, welcher den Inflationsausgleich berücksichtigt und nicht auf solche abstrusen Forderungen!

  10. Ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner an. Die zusätzlichen Entlastungstage finde ich übertrieben, es sollte der Fokus auf die inflationsgerechte Erhöhung der Gehälter und eine kurze Laufzeit gelegt werden, zum Beispiel 2 mal 3% bei 24 Monaten Laufzeit. Das wäre realistisch. Ich möchte mich herzlich für euren Einsatz bedanken.

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