Statement zur DZ Bank

Im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen bei den Volksbanken Raiffeisenbanken hat ver.di mit dem Tarifkommissionsmitglied aus der DZ BANK und der KBR-Vorsitzenden ein Video mit einem Statement gedreht und im Intranet der DZ BANK zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle können auch Sie es sehen.

Die nächste Runde zur Tarifreformverhandlung findet am 6. August 2019 statt. In Kenntnis der voraussichtlichen Ergebnisse der Tarifverhandlungen bei den privaten und öffentlichen Banken gehen wir davon aus, dass sich der Arbeitgeberverband AVR am kommenden Dienstag mit DBV und DHV ebenfalls einigen wird. Gravierender Unterschied: Während es bei den privaten und öffentlichen Banken „nur“ um die Erhöhung der Entgelte („Tariferhöhung“) geht, wurde bei den Volksbanken Raiffeisenbanken zusätzlich über deutliche Verschlechterungen im Manteltarifvertrag verhandelt – zunächst nur für neue Mitarbeiter. Die mit ver.di geführten „Sondierungsgespräche“ wurde im vergangenen November unter nicht nachvollziehbaren Begründungen abgebrochen.

Unser Statement zur DZ Bank

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Tarifabschluss Geno-Banken: Abstieg in die 3. Liga

    Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!?

    Leider nicht. Renate und Klaus haben in dem Video auf das kommende Tarifdebakel aufmerksam gemacht. Sie haben auf die „Reform“ des Manteltarifvertrags mit den verbundenen Gefahren hingewiesen. Und sie haben zur Gegenwehr aufgerufen. Leider haben sowohl die überwältigende Mehrheit der Geno-Betriebsräte als auch der maßgebende Betriebsrat der DZ BANK in Frankfurt eine wirksame Gegenwehr verschlafen! Der AVR und der Vorstand der DZ BANK haben auf ganzer Linie gewonnen! Sie haben eine Tarifpolitik mit Fernlicht betrieben – und ihre Ziele erreicht.

    Unterm Strich ein absolutes Versagen der Betriebsräte! Sie haben nach dem Betriebsverfassungs-gesetz die Aufgabe sich um ihre Wähler zu kümmern und sie zu schützen. Betriebsräte haben die Aufgabe, die Belegschaft auf drohende Gefahren aufmerksam zu machen. Dies können sie auf Betriebsversammlungen, durch Infos oder Aushänge machen. Nur wenn Belegschaften aufgeklärt sind, können sie sich zusammen mit ver.di und den Betriebsräten wehren. Wenn nun aber schon die Betriebsräte der Taktik der Gegenseite unterliegen, wie soll dann Gegenwehr entstehen? ver.di kann dies von außen nicht! Die Betriebsräte – als Interessenvertretung der Beschäftigten – sind in der Verantwortung. Gut drei Jahrzehnte hatte die DZ BANK eine vorbildliche Betriebsrats-/ Gesamtbetriebsratsarbeit. Was ist geblieben? Die Mehrheit der freigestellten Betriebsräte meint, es geht schon alles ohne Gewerkschaft. Ist es so schwer zu begreifen, dass Tarifauseinandersetzungen kein sportlicher Wettkampf der besseren Argumente sind??

    Der Vorstand der DZ BANK stand 2016 nach langer Auseinandersetzung zu einem Haustarifvertrag, inkl. einigen Streiks, mit dem Rücken zur Wand. Ein Erfolg, der an erster Stelle dem Betriebsrat in Frankfurt zu verdanken war – ohne das Engagement und die Aktions- und Streikbereitschaft der Regionen zu schmälern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nun einmal in der Zentrale. Nur wenn der Betriebsrat ohne Wenn und Aber mitzieht ist Erfolg möglich. So wie 2016 als alle gemeinsam an einem Strang gezogen haben.

    Ergebnis: a) Ein Super-Sozialplan mit Kündigungsschutz und Standortsicherung. Das waren die Hauptforderungen für den Haustarifvertrag. Sie wurden durch die Streiks durchgesetzt. „Kleiner Schönheitsfehler“: Unterzeichnet vom GBR nicht von ver.di. Wie sich zeigt, hat der Vorstand hier den Grundstein für ein weiter so ohne ver.di – gegen die Interessen der Belegschaft –verankert!

    Ergebnis b): Die Vorstandsstrategie ging voll auf – Ruhe in der Bank. Um auch für die nun abgeschlossene Tarifrunde die Friedhofsruhe zu erhalten, hat er den Sozialplan im Vorfeld ohne große Auseinandersetzungen verlängert (Fernlicht!).

    Während es in den anderen Tarifbereichen die letzten Jahre überproportional hohe Gehaltsabschlüsse (und mehr) gab, „verteidigen“ die Geno‘s wacker die „rote Laterne“. Der Geno-Tarif ist bundesweit der einzige Flächentarif der allein von gelben Verbänden verantwortet wird. Ein Armutszeugnis für die – nein für ca. 90% der – Betriebsräte und Angestellten in den Geno-Banken!

    Der neue Gehaltsabschluss kommt mit fünf Monaten Verspätung und zementiert, dass die Gehaltstarife der Geno-Banker 2017, 2018 und 2019 unterhalb der (niedrigen) Inflationsrate liegen (bei Super-Dividenden)!!! Das reicht dem AVR nun aber bei weitem nicht: Mit den neuen Eingruppierungsbestimmungen wird sich das Tarifniveau massiv nach unten bewegen. Aber das betrifft ja nur die Neueinstellungen – oder? Denkste! Auch die aktive Belegschaft wird Nachteile hinnehmen; wenn auch zeitverzögert.

    Demnächst werden die ÜT-Angestellten (über Tarif) zu echten AT-Angestellten (außerhalb Tarif). Die Regelungen des Manteltarifvertrags (mit 6 Wochen Urlaub, 39-Stunden-Woche, freies Wochenende…) können künftig für sie vom Vorstand gekürzt werden. Und man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass es dazu kommen wird.

    Leider haben die Betriebsräte in Frankfurt momentan andere Schwerpunkte und die Hoffnung sinkt, dass Renate, Klaus und die ver.di-Betriebsräte es schaffen, die DZ-Belegschaft zu motivieren erneut für einen eigenen DZ BANK-Tarif zu kämpfen. Hier reichen böse, flammende Intranet-Einstellungen nicht aus. Nur mit einem echten Tarifkampf kann sich die Belegschaft der DZ BANK absichern und so ganz nebenbei eine echte Gehaltserhöhung erstreiten.

    Mein Respekt gilt Renate, Klaus und den ver.di-Betriebsräten. Viel Erfolg, haltet durch und immer dran denken:

    Zusammen geht mehr – Gegeneinander kennt nur einen Gewinner.

    Rüdiger Beins

Schreibe einen Kommentar