Unsere Mitglieder haben entschieden! 65 Prozent stimmen für Annahme des Verhandlungsergebnisses


Bis zum 06. August hatten die ver.di-Mitglieder Gelegenheit, über die Annahme bzw. Ablehnung des Verhandlungsergebnisses aus der 5. Verhandlungsrunde abzustimmen. Im Ergebnis haben sich 65,2 Prozent aller teilnehmenden ver.di-Mitglieder für eine Annahme des Verhandlungsergebnisses ausgesprochen. Die Tarifkommission ist dem Votum der Mitglieder gefolgt und hat mit deutlicher Mehrheit die Annahme des Tarifergebnisses beschlossen.

Nun werden die vereinbarten Tarifsteigerungen umgesetzt: Zum 1. September 2019 steigen die Entgelte um 2,0 Prozent; und zum 1. November 2020 werden die Entgelte um weitere 2,0 Prozent erhöht. Alle Auszubildenden erhalten ab dem 01. September 2019 60 Euro pro Monat mehr Ausbildungsvergütung.

Auch wenn nicht alle mit dem Gehaltsabschluss der diesjährigen Tarifrunde zufrieden sind: Mit Blick auf die aktuellen Inflationsprognosen, konnte ein weiterer Reallohnverlust für 2019 und 2020 konnte abgewendet werden. Zudem konnte der Flächentarifvertrag für die nächsten Jahre stabilisiert werden, und die Verhandlungsverpflichtungen zur Entgeltstruktur bieten die Möglichkeit, sich in weiteren Verhandlungen dafür einzusetzen, dass auch „AT“-Beschäftigte in den kommenden Jahren wieder von den Tarifsteigerungen profitieren können.

Bei den Gesundheits- und Entlastungstagen sind wir nicht zufrieden; gleichwohl ist die den Arbeitgebern mühsam abgerungene bezahlte Freistellung für sämtliche anerkannte Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen gut und wichtig. Eine Mitgliedervorteilsregelung war mit der Arbeitgeberseite nicht verhandelbar. Die vereinbarte Übernahmeregelung kann nur ein Einstieg hin zu einer verbindlichen Übernahme sein. Auch hier heißt es weiter dran bleiben.

Nach der Tarifrunde ist vor der Tarifrunde
Die Umsetzung der Verhandlungsverpflichtungen steht jetzt im Fokus unserer Arbeit der nächsten Monate. Gleichzeitig werden wir die diesjährige Tarifrunde intensiv auswerten und bereits im kommenden Jahr werden wir mit der Forderungsfindung für die Tarifrunde 2021 beginnen. Wichtig ist jetzt: Wir müssen die Zwischenzeit bis zur kommenden Tarifrunde nutzen, um uns für die kommenden Auseinandersetzungen zu stärken. An dieser Tarifbewegung haben sich mehr Beschäftigte aus mehr Banken beteiligt als in der Vergangenheit. Nur so haben wir einen akzeptablen Tarifvertrag aushandeln können. Für einen richtig guten Tarifvertrag müssen sich aber noch deutlich mehr Bankbeschäftigte beteiligen, so wie dies Kolleginnen und Kollegen in vielen anderen Branchen zunehmend auch machen. Denn die Bankenbranche bleibt weiter im Umbruch. Und wir müssen uns in den kommenden Jahren weiter einbringen, um tarifliche Standards abzusichern und zu verbessern: für eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen.

Hier finden Sie unser aktuelles Flugblatt

28 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Und der Abschluss bei der Postbank ist der nächste Schlag ins Gesicht der unter den obigen Abschluss leidenden Bankmitarbeiter.

  2. Hallo, ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass meine 2 % Erhöhung (brutto) im September tatsächlich nur 1 % netto sind. Das ist bei einer Inflation von 1,7 % eine faktische Lohnkürzung. Daher hatte ich auch mit Nein gestimmt. Meine Motivation die Verdi-Mitgliedschaft zu behalten ist deutlich gesunken.

  3. 65,2 Prozent aller teilnehmenden Mitglieder haben entschieden (so steht’s im Flugblatt). Haben also 1.000 Mitglieder teilgenommen und 10.000 nicht, dann bezieht sich der Prozentsatz auf die 1.000. Jetzt könnte man sagen, Stimmenthaltung ist Ablehnung, aber das müsste vorher auch so festgelegt werden … Vermutlich erweckt das Flugblatt auf den ersten Blick einen anderen Eindruck, aber es kommt halt auf das „Kleingedruckte“ an. Das Tarifergebnis ist ein Ausdruck der Kampfkraft. War die in den 80er/90er Jahren noch gegeben und gingen damals hunderte Beschäftigte aus Sparkassen, Banken und Bausparkassen in ganztägige Streiks, so wird es heute als Erfolg bezeichnet, wenn eine „Hand voll“ Beschäftigter auf die Straße gehen. Die Gründe hierfür sind vielfälltig, habe aber ursächlich ‚was mit der schlechten Betreuungsstruktur von ver.di zu tun.

  4. 2 % jetzt und nochmals 2% ist eine sehr gute Einigung. Man muss auch mal Berücksichtigen, das die Gehälter bereits auf einem sehr hohem Niveau sind. Daher gibt es nichts zu klagen. Ausserdem ist die Beteiligung auch sehr schlecht. Daher kann man froh sein, dass es überhaupt noch einen Tarif gibt. Es gibt Tochterunternehmen der Commerzbank, bei denen die Mitarbeiter nicht mal die hälfte, für die selbe, gar mehr Arbeit bekommen.

    Also Leute zufrieden sein oder alle mitmachen dann wird es auch was mit dem „noch mehr“.

    Gute Arbeit Verdi!

  5. Was für ein Chaos bei Verdi, viele organisierte Mitglieder in der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG bzw. deren Töchter Schwäbisch Hall Kreditservice GmbH und SHF Schwäbisch Hall Facility Management GmbH, hatten gar keine Möglichkeit an der Abstimmung teilzunehmen, weil sie weder über die Geschäfts- noch über die private Email-Adresse einen Link zur Abstimmung erhielten. Auch über den Postweg kam nichts. Auf Nachfrage bei den in unserem Haus zuständigen Email Administratoren haben 113 Personen ( wir sind in den drei Unternehmen mit Sicherheit mehr Verdi Mitglieder ) die Nachricht zugestellt bekommen. Wie kann so was sein ? Da hätte ich gerne eine Erklärung dafür. Abgesehen von dem miesen Ergebnis, welches verhandelt bzw. dem zugestimmt wurde, wird der Umstand, gar keine Möglichkeit bestand, sich an der Abstimmung zu beteiligen, sicher auch bei uns einige Kündigungen nach sich ziehen. Auch meine.

  6. Mich würde interessieren wie sich die 65% Zustimmung zusammen setzen?
    Wie viele Mitglieder wurden befragt?
    Wie waren die einzelnen Werte?

    Wenn ich bei meinen Kollegen Nachfrage haben viele mit „Nein“ gestimmt
    oder wurden überhaupt nicht befragt (was der größere Anteil ist)

  7. Echt beschämend das ganze.
    65% der Abstimmer haben echt kein Hirn.
    Wer bei unseren Forderungen solch ein Ergebnis akzeptieren kann, sollte mal darüber nachdenken was er mit dem JA angerichtet hat.
    Bei so einer Relation von Forderungen zu Ergebnis freut sich der Arbeitgeber schon jetzt auf 2021.
    Mal wieder eine Tarifrunde bei welcher der Sieger eindeutig der Arbeitgeber ist.
    Ich werde die Konsequenzen ziehen: Austritt aus Verdi und in einen Betrieb wechseln der bei der In einer anderen Sparte oder Gewerkschaftsbund ist.

  8. @Frustriert: Austritt zum 30.09. habe ich auch probiert. Habe heute Bestätigungsschreiben erhalten: Kündigungsfrist aber 3 Monate zum Quartalsende, daher erst bestätigt zum 01.01.2020. Und gemäß den Regularien muß ich auch das erhaltene Streikgeld zurückzahlen, Frist dafür 2 Wochen!!! Schon komisch, wo ich doch bis Jahresende weiter Mitgliedsbeiträge zahlen muß… Da hätte ich dann doch eine längere Frist für die Rückzahlung erwartet. Und selbst wenn diese Vorgehensweise mit kündigungsfrist und Rückzahlung formal in Ordnung ist: Für eine 29-jährige Mitgliedschaft hätte ich etwas mehr Entgegenkommen erwartet. Na ja, hat mich in meinem Schritt nur bestätigt.

  9. Ich lese hier immer mit der Kommission mit der Gewerkschaft war das kein Wunder dass man das nicht schafft. Aber jetzt mal ganz ehrliche Worte wer ist denn das das sind doch wir Arbeitnehmer und wenn wir das ganze nicht stützen nach oben hin dann kann keiner mehr was machen. Grundsätzlich sind 2 % Witz, ja aber, was wir nicht vergessen dürfen 2 % sind 2 % ist mehr als ein Prozent. Und wenn Mitglieder dafür gestimmt haben das anzunehmen, dann ist es nicht die Gewerkschaft die gesagt hat ok sondern es sind die Mitglieder. Wir schreien immer wir sind das Volk, möchten aber das andere den Mist machen und geben denen auch noch die Schuld. Was soll das? Leute bewegt euch, schreibt nicht die Kündigung sondern sieh zu dass in euren Reihen Menschen in die Gewerkschaft eintreten!

  10. Ach noch eine letzte Idee. Vielleicht sollten wir bei der nächsten Runde als Gewerkschaft mal für Lohnkürzungen eintreten, oder für eine Nullrunde …. Die Arbeitgeber machen da bestimmt gerne mit.

    Das führt dann vielleicht mal zum Aufwachen bei den nicht organisierten Kollegen.

    ich weiß das geht nicht, aber als Idee ist das genial finde ich.

  11. mal was zum Nachdenken. Aus dem Vergütungsbericht 2018 der Deutschen Bank:

    Karl von Rohr Gesamtvergütung 2017: 2.400.000,- und 2018: 5.537.670.-

    Kann man leicht lachen in der Position nicht wahr? Das sind keine Lire, sondern Euro!
    Da fallen mir nur noch Worte ein, die ich auf Grund guter Umgangsformen hier nicht sage.

  12. Schade! Aber 65% sind fast 2/3 und damit haben zu wenige Mitglieder NEIN! gesagt. Das ist Fakt. Die Gründe dafür sind vielfältig.
    Bei einer Analyse würde ich gerne wissen, wie viele die Ja gesagt haben waren auch auf der Straße?
    Was mich aber am meisten ärgert ist, dass die die den A…. nicht hochbekommen haben sich mal wieder entspannt zurück lehnen und sagen ‚Ich krieg mehr Geld‘ und es hat mich keinen Cent gekostet. Gewerkschaft brauch ich nicht. Lass das mal die Deppen machen die bei Hitze und Regen auf die Straße gehen.
    Das ist neben der Arroganz der Arbeitgeber der eigentliche Skandal. Und deshalb hätte ich es gut gefunden wenn die Verhandlungen geplatzt wären und niemand was bekommen hätte!
    So wie wir aufgestellt sind, sind wir Papiertiger. Wer soll da zittern?!

  13. Lieber Raumann,
    Mitgliedervorteilsregelungen sind das erste, was die Arbeitgeber von unseren Forderungen streichen.
    Wärest du Unternehmer, würdest du diesen Punkt auch im ersten Verhandlungsgespräch streichen, weil wenn eine Gewerkschaft es schafft, z.B. 40 Euro im Monat oder 2 extra freie Tage für die Mitglieder o.ä. durchzusetzen, würden die Leute ja in Scharen eintreten, was dann auch Durchsetzungsmacht mit sich bringt und die will ein Unternehmer nicht, denn er hat andere Interessen- nämlich Gewinnmaximierung.
    Branchen und Betriebe, die das durchbekommen haben schon mindestens 50% der Kolleginnen organisiert. Da hin zu kommen, kostet uns Aktive alle den Preis, dass wir uns bei der Überzeugungsarbeit Fransen in den Mund zu sabbeln. Ich kenne eine Bank, da arbeiten 5000 Leute und maximal 8 Leute machen das dort.
    Das Geheimnis ist persönliche , anstrengende und ausdauernde, systematische Überzeugungarbeit am Kollegen, denn tatsächlich ist der Weg zum Tarifgold kein leicht verständlicher oder einfacher. Ich bin mir sicher, das
    hauptamtliche Gewerkschafter
    seit Dekaden in jedem Betrieb auf Betriebsversammlungen diesen Weg zum Tarifgold beschreiben- immer im Auftrag der vorhandenen Mitglieder. Die Beteiligungsquote der Tarifrunde zeigt, dass rund 75% noch nicht verstanden haben, wie es geht oder nicht zugehört oder kein Interesse haben. Das zu ändern bleibt.

  14. Für mich wars das mit meiner Gewerkschaftsmitgliedschaft. Schade nach 40 Jahren, aber dieses Ergebnis schlägt dem Fass den Boden aus. Meine Geduld ist zu Ende. Mein Kündigungsschreiben müsste heute angekommen sein.

  15. Also glaubt hier jemand wirklich, dass 65% Ja gesagt haben? Ich habe mit so vielen Kolleginnen und Kollegen gesprochen und auch gesehen wie die am Computer auf Nein geklickt haben.
    65% derer die sich die „Mühe“ gemacht haben an der Umfrage überhaupt teilzunehmen sagen dann noch Ja zum Tarifabschluss?
    Was für eine Angst oder Gedanken muss die umtreiben…. eine Verschlechterung in den Verhandlungen ging ja nicht mehr. Und wenn doch, wären wir es aufgrund unseres bescheidenen Organisationsgrades eh selbst Schuld.
    Ich war und bin fest davon überzeugt, dass von den organisierten Mitgliedern noch etliche und zwar deutlich mehr als 35% weiter hätten kämpfen wollen.
    Ich werde die Gewerkschaft nicht verlassen, aber ihr müsst den Azubis und den nicht organisierten MA’s klarmachen was es bedeutet Mitglied zu sein! Das weiß kaum einer von denen.
    Es wäre schön wenn mal irgendwas im Tarifabschluss nur für die gewerkschaftlich organisierten Kräfte gelten würde. Wenn Etwas nicht über die Allgemeinverbindlichkeitserklärung ausgehebelt werden könnte. Dann gäbe es vlt. ein Erwachen bei den Trittbrettfahrern und wir könnten siehe z.B. die Metaller ganz andere Sachen durchsetzen durch neue Mitglieder. Oder vlt. habt ihr die Möglichkeit für die Gewerkschaftler was anderes anzubieten als den Berufsrechtschutz? Eine Bausteinerweiterung oder noch besser etwas das jeder nutzen kann oder unbedingt brauch.
    Zuschuss für Brille oder Zahnersatz oder zur privaten Krankenzusatzversicherung. Übernahme der Kosten für den Berufshaftpflichtbaustein einschl. dienstl. Schlüssel. Da geht denke ich schon was. Gerne Vorschläge an Verdi senden. ;-))

  16. Wenn geschrieben wird, dass „nach den Tarifverhandlungen vor den Tarifverhandlungen ist“. Was bedeutet das denn für 2021?

    Die Entgelttabellen sollen doch überarbeitet werden.

    Davon ausgehend, wird es dann neue Tabellen geben, aber dann doch kaum „zusätzlich“ eine prozentuale Erhöhung, da diese dann wohl schon in die Tabelle eingeflossen ist.

    Wahrscheinlich wird dann argumentiert, dass in den neuen Gruppierungen bereits die Erhöhungen für die nächsten 1-2 Jahre mitberücksichtigt sind und es somit keine weiteren prozentualen Erhöhungen geben wird.

    Warum sollte man neue Gehälter in der Grupierung festlegen und diese dann gleich wieder um + X % erhöhen?

    Oder sehe ich da was falsch?

    Wann sollen hier denn die Gespräche beginnen? 2016 war das doch aus schon angedacht und ist dann gescheitert.

    Wenn die Gespräche erst Mitte 2021 beginnen, dann wird 2021 zumindest wohl ein „Nulljahr“, weil vor 2022 mit nichts zu rechnen ist.

    Oder soll hier bereits 2020 was geschehen, so dass die neuen Regelungen bereits Mitte 2021 stehen?

  17. Moin,
    ich bin Hauptamtlicher von verdi. Hier will keiner was schönen. Wir bleiben nur positiv. Das Ergebnis ist das unseres Gegenmacht-Grades im Spiel Arbeitnehmerinnen gegen
    Arbeitgeberinnen.
    Tarifautonomie heißt, das der Staat wünscht, dass wir, in diesem Fall ver.di, das als Vertreter von unseren Mitgliedern im Machtkampf mit den Arbeitgebern aushandeln.
    Das Erzielte ist viel zu wenig, wie ich finde, bedenkt man, dass Produktivitätszuwachs und Inflation nicht ausgeglichen wurden. Aber es gibt in diesem Spiel keine Fairness, keinen Altruismus und sprachlich kein gutes Argument, das zur Einsicht der Arbeitgeber führt. Arbeitgeber tun, was ihre Aufgabe ist und das ist Gewinnmaximierung. Da verhalten sie sich seit jeher berechenbar und linear.
    Immerhin gibt es ein Ergebnis und das verdanken wir bundesweit vielen neuen Mitgliedern, die im Vergleich zur Peanuts-Tarifrunde 2016 inzwischen verstanden haben, das man sein persönliches Gehaltserhöhungsding nur mit Zusammenhalt machen kann.
    Aber es sind immer noch nicht genug Aktive.
    Im Grunde legt ihr Arbeitnehmerinnen ja bei Tarifverhandlungen regelmäßig den Preis für eure Arbeit fest. Faktisch waren da ganz viele dabei, die sagen, dass der Preis so ok ist oder das ok ist, was der Arbeitgeber sic vorstellen kann. Das nicht aktiv werden heißt also: Ich bin zufrieden. Aktiv werden hingegen heißt nicht, auf redegewandte ver.di-Verhandlungsführer setzen, sondern auf die eigenen Truppen setzen und streiken.
    Ja, wir leben in einer tollen Demokratie und sind zivilisiert und ein Teil dieses ziviliserten Diskurses ist das Streiken. Sollte jeder mal ausprobiert haben- es ist würde-, kraft- und wirkungsvoll.
    Abgucken können wir uns alle übrigens viel bei den Mitgliedern in Rheinland Pfalz/Saar, die besonders viel Wirkung erzielt haben.
    Unsere hauptamtlichen Verhandler habe ich aus der TK gehört seien argumentativ und taktisch sehr gut gewesen. Aber das nützt alles nix, wenn die Arbeitgeberseite nicht ständig Wasserstandsmeldungen bekommt, wo wieder eine Filiale kein Geschäft macht, wegen streikbedingter Schließung. Hauptamtliche sind nur ein Teil von verdi. Erst wenn von den Beschäftigten die Signale kommen, dass das eingesetzte Kapital (Personal, Gebäude, Infrastruktur etc.) möglicherweise kein Geschäft macht, hören die Arbeitgeber auf, zu allen guten Argumenten „Nein“ zu sagen. Guckt euch mal die Ergebnisse von Telekom, Post, Postbank etc. an. So kann es auch laufen.
    Gewerkschaft ist so ein einfaches Handwerk, wenn 1. Jede/r weiß, dass er/sie neben dem Beitrag aktiv sein und streiken muss.
    2. ..wenn viele verstehen, dass Liebe und Identifikation mit dem Betrieb kein Widerspruch sind, aber an den Streiktagen die Bank zugemacht werden muss – und zwar vollherzig. Nicht Urlaub nehmen oder Termine so legen, dass das Geschäft dann anders erledigt wird etc.
    3. Und wenn zu wenige rausgehen, viele Beschäftigte sich den Hut aufsetzen und verstehen, dass sie selbst hauptsächlich ihre KollegInnen animieren auch mitzumachen.
    Ja, das ist auch meine Aufgabe, aber faktisch schaffe ich die 10.000 Hamburger Bankbeschäftigten nicht allein anzusprechen.
    4. Gewerkschaftsmitgliedschaft ist ein top Investment. Aus 1% des Bruttos kann schnekl das mehrfache werden- und dann wirken die Gehaltserhöhungen auch noch doppelt, weil sie die Rente erhöhen.
    5. Aber ohne den Glauben, dass man etwas erreichen kann, was man noch nicht sieht, geht gar nichts.
    (Wer eine Orientierung wünscht, ab 25 % Organisationsgrad, sagen Organisationsforscher, fangen Veränderungen und damit Erfolge an.)
    5. Kapitulieren zählt nicht. Die, die jetzt etwas erreicht haben- wenn auch zu wenig – sind richtige Fighter, denn sie bringen es immerhin aktiv zu einem Ergebnis, nehmen sogar Scheitern in Kauf, aber sie können stolz sein, denn sie gestalten und machen für viele.
    6. Also, werdet selber eine Bank in den Verhandlungen – werdet viele.

    Nach den Tarifverhandlungen ist vor den Tarifverhandlungen. Mit Aufgeben wird die nächste Runde bestimmt nicht besser.

  18. Laut Statistischen Bundesamt lag die Inflationsrate im Juni bei 1,6 % und im Juli bei 1,7 % – bei aktuellen Konjunkturaussichten und der geplanten Besteuerung für CO2 und Fleisch Tendenz weiter steigend!
    Die Entgeltsteigerungen betragen, die Nullmonate mit eingerechnet, lediglich 1,5 %. Liebe Verdi-Verantwortliche, wie können sie diesen Tarifabschluss, der wie in den Vorjahren wieder einen Reallohnverlust bedeutet, als Erfolg verkaufen?

  19. Ich werde leider auch meine Konsequenzen daraus ziehen und nach vielen Jahren aus der Gewerkschaft austreten. Die Enttäuschung ist bei mir mittlerweile einfach zu groß und ich glaube nicht mehr daran, dass es bei den nächsten Verhandlungen 2021 viel besser werden wird.

  20. Wohlwissend, dass mein Austritt die Verhandlungsposition in der nächsten Runde nicht gerade erleichtern wird: Ich bin über das Verhandlungsergebnis und das strategielose Vorgehen der Kommission derart verärgert, dass ich diese Konsequenz ziehen werde. Leider lässt mich auch das enttäuschende Abstimmungsergebnis der Basis fassungslos zurück, da es mich wenig Hoffnung für die Zukunft schöpfen lässt.

  21. Ich bin auch raus. Bin über den ganzen Ablauf echt enttäuscht. Der berühmte „Tropfen“ bei mir: Wie kann ich ein bereits erzieltes Ergebnis in eine Gesamtberechnung einfließen lassen, nur um die Zahlen zu schönen und einen Inflationsausgleich zu verkaufen???

    • Hallo Jörg, das tut mir leid, dass du enttäuscht bist. Tarifmathematisch ist das leider so richtig denn die Inflation wird anhand von Kelnderjahren berechnet und die Tarifsteigerungen laufen ja nicht scharf an den Jahresgrenzen. Damit wollen wir aber nicht das Ergebnis kaschieren oder aufwerten. Die prozentualen Steigerungen bleiben so wie sie sind. Aber in den Auswirkungen ist es eine richtige und faire Darstellung. Und es ist sicher auch wichtig zu wissen, dass zumindest dieser Punkt erreicht wurde.

  22. Eine Lohnerhöhung gab es mal wieder nicht. Wir sind zu wenig. Aber mit so einer Gewerkschaft wird das auch nichts. Über 35 Jahre reichen. Jetzt ist endgültig Schluss mit falschen Kompromissen. Austritt zum 30.9.19 Wünsche Euch noch viel Erfolg.

  23. …was ist das denn für eine Reaktion? Kann ich echt nicht nachvollziehen. Die Enttäuschung ist vielleicht da, aber das hilft auch nicht weiter….

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