Jetzt „langer Atem“ notwendig

Keine Arbeitgeberreaktion nach wirksamen Streiks bei der DB Direkt zum Jahreswechsel. ver.di-Tarifkommission bereitet Urabstimmung vor

Die beiden Arbeitskampfmaßnahmen vor Weihnachten und nach Silvester waren aus ver.di-Sicht sehr erfolgreich. Die Mehrheit der zur Arbeit eingeteilten Beschäftigten sind den Streikaufrufen gefolgt und haben die Arbeit niedergelegt. Die Folge war ein deutliches Absinken der Servicelevel und erhebliche Wartezeiten für die Anrufenden. Die DWS hat die Telefonie komplett abgeschaltet und der Senior Firmenkunde war tageweise ebenfalls nicht besetzt.

Das zeigt, dass die Beschäftigten hinter den ver.di- Forderungen stehen und das von der Arbeitgeberseite zuletzt gemachte Tarifangebot keine Akzeptanz findet. Wir wissen nicht, wie der Arbeitgeber die Wirkung der Streiks einschätzt. Jedenfalls gibt es bislang keine Reaktion darauf, z.B. in Form eines verbesserten Angebotes. Wir bedauern das, denn die Folge daraus ist, dass die Arbeitskampfmaßnahmen jetzt nochmal intensiviert werden müssen. Die Verantwortung für die Zuspitzung des Tarifkonfliktes trägt damit der Arbeitgeber.

Die ver.di-Tarifkommission hat beschlossen, beim ver.di-Bundesvorstand die Durchführung einer Urabstimmung zu beantragen. Was heißt das? Die ver.di-Mitglieder stimmen darüber ab, ob sie bereit sind, so lange zu streiken, bis ein abschlussfähiges Tarifangebot vorgelegt wird. Eine dafür wirksame Streikstrategie wird von der Tarifkommission festgelegt. Die Urabstimmung wird noch im Januar durchgeführt.

Im Moment sieht alles danach aus, dass diese Tarifrunde den sprichwörtlichen „langen Atem“ erfordert. Wir fühlen uns dafür gut gerüstet. ver.di bekommt aus dem Kreis der Beschäftigten viel Zustimmung. Seit Juli letzten Jahres sind bereits mehr als 100 Beschäftigte Mitglied in ver.di geworden. Das ist ein starkes Signal!

Die Forderungen noch einmal im Überblick:

  • 6,0% mehr Gehalt / Azubivergütung ab 1. April 2020,
    mindestens aber 150 Euro mehr.
  • Wahloption, die Gehaltserhöhung in Freizeit umzuwandeln.
  • Einführung eines 13. Gehaltes ab 2020
  • Erhöhung der Vermögenswirksamen Leistungen auf
    40 Euro pro Monat.
  • Vier Tage bezahlte Freistellung für Pflegenotwendigkeiten.
  • Neueingestellte: Verbleib in der 1. Berufsjahresstufe
    max. 15 Monate.
ver.di Info für die Beschäftigten bei der DB Direkt: Jetzt „langer Atem“ notwendig