Ablauf der Tarifrunde

Tarifreformprozess

ver.di auf dem Weg zu einem neuen Flächentarifvertrag für die Genossenschaftsbanken?

Die Digitalisierung und die umfassende Regulatorik verursachen tiefgreifende Veränderungen im Finanzdienstleistungsbereich. Daher wird es notwendig, über neue tarifliche Regelungsideen nachzudenken und diese zu realisieren. Der nachwirkende ver.di Manteltarifvertrag reicht dafür nicht aus.

Vorstellbar wären hier beispielsweise Regelungen bezüglich Weiterqualifikation und Arbeitszeiten oder auch angepasste Tätigkeitsbeschreibungen und Eingruppierungsbestimmungen.

Nach vielen Gesprächen noch in 2016 haben sich der Arbeitgeberverband der genossenschaftlichen Bankengruppe (AVR) und ver.di auf eine Verhandlungsvereinbarung zu einem Tarifreformvertrag geeinigt. Diese Vereinbarung skizziert den Weg hin zu einem Tarifvertrag und nennt erste inhaltliche Eckpunkte.
Anfang 2018 wird eine Betriebsräte-Konferenz stattfinden, auf der beide Vertragsparteien die für den Prozess zentralen Themen vorstellen wollen. Im ersten Quartal 2018 soll die Sondierung beginnen. Nach abgeschlossener Sondierung werden voraussichtliche Ende 2018, Anfang 2019 die eigentlichen Tarifverhandlungen beginnen.

Im April 2017 haben ver.di und der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. In dieser wurde vereinbart, dass beide Gewerkschaften bei den Flächentarifverhandlungen im Bereich der Genossenschaftsbanken eng zusammenarbeiten. Es wird weiterhin für jede Gewerkschaft eine eigene Tarifkommission geben, jedoch eine gemeinsame Verhandlungskommission gebildet, die paritätisch besetzt wird. Die Tarifkommissionen werden sich eng absprechen und für die Verhandlungskommission eine gemeinsame Vorgehensweise entwickeln.

Im Rahmen des Tarifreformprozesses setzt ver.di auf intensive Beteiligung seiner Mitglieder. Die Vielfalt an Perspektiven und Bedingungen im genossenschaftlichen Bereich – von einer kleinen Volksbank auf dem Land bis hin zum Zentralinstitut in einer Finanzmetropole – muss im Prozess eingebracht werden. Nur so können die tariflichen Regelungen am Ende auch diese Vielfalt berücksichtigen und abbilden. Dabei gilt wie immer das Prinzip: Nur wer mitmacht, kann auch mitbestimmen – davon wird der schlussendliche Erfolg des Tarifreformprozesses abhängen.

Abschluss bei den Sparda-Banken

Schon vor einiger Zeit erfolgte der Tarifabschluss bei den Sparda-Banken: Bereits in der ersten Verhandlungsrunde Mitte Februar 2017 hat sich die Tarifgemeinschaft aus ver.di und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit den Sparda-Banken auf Eckpunkte eines neuen Gehaltstarifvertrags geeinigt. Die Gehälter wurden rückwirkend zum 1.2.2017 um 1,5 Prozent erhöht und zum 1.2.2018 wird es eine weitere Erhöhung um 1,8 Prozent geben.

Das heißt, direkt nach Ablauf des alten Gehaltstarifvertrag werden die Gehälter erhöht. Es gibt keine weiteren Leermonate wie bei den privaten und öffentlichen Banken (fünf Monate) oder bei den Genobanken im AVR (sechs Monate). Darüber hinaus erhalten alle Kolleginnen und Kollegen eine Einmalzahlung von 150 Euro (für Vollzeitbeschäftigte / für Teilzeitbeschäftigte entsprechend des Beschäftigungsgrades). Die Ausbildungsvergütungen werden rückwirkend zum 1.2.2017 um 70 Euro erhöht. Außerdem erhalten alle Auszubildenden eine Einmalzahlung in Höhe von 75 Euro. Möglich wurde dieser vergleichsweise gute Abschluss durch eine koordinierte Aktion der ver.di Mitglieder vieler Standorte zum Valentinstag.

Mehr Infos zu den Verhandlungen um einen Haustarifvertrag bei den Sparda-Banken finden sich hier.