Regionale Einblicke

Ungehinderte Spaziergänge auf der gesperrten Nordbrücke

Trotz der Sperrung der Nordbrücke in Bonn zieht es viele Touristen dorthin. Der malerische Ausblick lockt auch die Risikofreudigen.

vonJulia Weber28. Juli 20261 Min Lesezeit

Die Nordbrücke in Bonn ist derzeit gesperrt, doch das hält einige Touristen nicht davon ab, sich auf das denkbar schmale Band zwischen den Absperrungen zu wagen. Das Spektakel, das sich auf dem oft schillernd benannten "Brückenweg" abspielt, erinnert eher an eine Szenerie aus einem Slapstick-Film, während die vor Ort befindlichen Beamten wenig erfreut über die Unerschrockenheit der Passanten scheinen. Touristen, die durch die Absperrungen schlüpfen und die Aussicht über den Rhein genießen, sind inzwischen keine Seltenheit mehr.

Die Verantwortlichen haben die Brücke ursprünglich sperren müssen, um notwendige Sanierungsarbeiten durchzuführen. Doch während die gewohnte Aufregung über Baustellen in der Stadt erst einmal verstummt ist, macht sich ein anderer, nicht unbedingt erwünschter Trend breit: die "Brücken-Touristen". Diese Gruppe hat den Charme ihres unberechtigten Zugangs zur Nordbrücke offenbar erkannt und genießt bei strahlendem Wetter die frische Brise und den Blick auf die Umgebung. Man fragt sich, ob diese Entdeckerfreude nicht auch eine subtile Form der Revolte gegen die vielbeschworene Sicherheitskultur darstellt, die oft als Grund für solche Sperrungen angeführt wird. So vergnüglich der Anblick dieser abenteuerlustigen Individuen auch sein mag, die Frage bleibt, wie lange die Stadtverwaltung dieses Schauspiel noch dulden wird, bevor sie handgreifliche Maßnahmen ergreifen muss.

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